Meisterfeier 2015 im Fürther Handwerk

Fürth (buc) - Der Meisterbrief ist für Fürths Bürgermeister Markus Braun „ein Schatzbrief, der im Leben hohe Rendite bringt". Deshalb unterzogen sich 33 junge Handwerker und eine Handwerkerin aus Betrieben in Stadt und Landkreis Fürth den Mühen mehrmonatiger Vorbereitungskurse und hohem Prüfungsstress. Dem Lohn für ihren erfolgreichen Abschluss erhielten sie nun in Form des Meistertitels und wurden von der Kreishandwerkerschaft geehrt. „Sie gehören jetzt zu den Gewinnern und haben die höchsten Weihen Ihrer Berufe erreicht", lobte Mittelfrankens neuer Handwerkskammer-Präsident Thomas Pirner den Meisternachwuchs.
Bei einer Feier vor über 100 Gästen im Schloss Burgfarrnbach gratulierte der Festredner den jungen Leuten zum Erfolg und bescheinigte ihnen Können, Qualitätsbewusstsein, Ideenreichtum und Kreativität. Meisterprüfung und -titel seien „Premium-Marken" des Handwerks und Garanten für Qualität und wirtschaftliche Unternehmensführung. Er appellierte, künftige Vorstöße aus Deutschland oder der EU zur Abschaffung des Meisterbriefs gemeinsam abzuwehren. Dieser öffne auch die Tür zu einem Studium und ermögliche damit sogar eine akademische „Karriere mit Lehre".
Ob als Konditor, der traumhafte Torten dekoriert, als Friseur, der schicke Frisuren kreiert, oder als Kfz-Mechaniker, der eine Karosserie erst zum Glänzen bringt - mit der richtigen Lebenseinstellung, Leistung und Leidenschaft sei der Meister von heute Optimist wie Realist und sehe auch in schwierigen Situationen vor allem deren Chancen. Mit dem Griff nach dem Meistertitel hätten die Jungmeister alles richtig gemacht, betonte Pirner. Sein Rat für die Zukunft: „Lernen Sie Ihr Leben lang weiter, bleiben Sie neugierig und Ihrem Handwerk treu!" Denn wer seinen Beruf liebe, für den bedeute er nie wirklich Arbeit.
KHS-Geschäftsführer Thomas Mörtel unterstrich, Handwerk habe weiterhin „goldenen Boden" und eröffne 1000 Möglichkeiten. Und sei es wirklich sinnvoll, dass heute 80 Prozent der Schüler aufs Gymnasium gehen? Wo blieben bei zu viel Akademisierung in Deutschland denn die wirklichen „Macher", die etwas bauen oder reparieren? Der Meisterbrief sei die Krönung der handwerklichen Ausbildung, weltweit als Qualitätssiegel anerkannt und gerade in einer Zeit des Fachkräftemangels der Schlüssel zum beruflichen Erfolg wie zur Selbstständigkeit.
Markus Braun hob die zentrale Rolle des Handwerks als „Ausbildungslokomotive der Wirtschaft" hervor. Hier sei der Mitarbeiter außerdem keine Nummer, sondern ein Mensch, der das Betriebsgeschehen mitbestimme, und in dem auch Frauen ihren Mann stehen. Eine wichtige Rolle spiele das Handwerk künftig bei der Integration von Menschen aus aller Welt. Als Vorbild für alle bezeichnete der SPD-Politiker die langjährigen Meister, „alte Hasen", deren große Lebensleistung jede Ehrung verdiene.
Landrat Matthias Dießl bestätigte die große und stabilisierende Bedeutung der ca. 1600 Handwerksbetriebe im Landkreis. Die Entscheidung der Jungmeister, in die krisenresistente „Wirtschaftsmacht von nebenan" zu investieren, sei genau richtig gewesen. Die vielen in den nächsten Jahren anstehenden Betriebsübergaben bieten seiner Ansicht große Chancen. Er bat alle Betriebsinhaber, künftig Mut zu zeigen und Flüchtlingen Ausbildungsplätze anzubieten.
Thomas Pirner, der Fürther Kreishandwerksmeister Konrad Ammon jun. und die Bürgermeister der Städte und Gemeinden überreichten gemeinsam folgenden Jungmeistern ihre Meisterbriefe: Tim Kössinger (Kälteanlagenbauer), Jan Radl (Installateur und Heizungsbauer) und Denis Wander (Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolierer) aus Oberasbach, Ines Käßberger (Friseurin) und Thomas Weiler (Metallbauer) aus Obermichelbach, Martin Öttl (Installateur und Heizungsbauer) aus Cadolzburg, Frederik Forstmeier (Maler und Lackierer) aus Großhabersdorf, Michael Assel (Feinwerkmechaniker), Frederik Schwab (Gebäudereiniger) und Tobias Simon (Kfz-Techniker) aus Langenzenn, Leopold Lompa (Kfz-Techniker) aus Puschendorf, Oliver Ruff (Kfz-Techniker) aus Veitsbronn, Sascha Arsumanjan (Kfz-Techniker), Raiko Heymann, Jens Meyer (beide Installateur und Heizungsbauer) und Philip Kerscher (Fleischer) aus Zirndorf, Daniel Croner (Installateur und Heizungsbauer) und Patrick Schiffermüller (Kfz-Techniker) aus Roßtal, Michael Kindermann, Tobias Thieme, Dominik Vogel (alle Installateur und Heizungsbauer), Andreas Kniewasser und Kai Wittmann (beide Kfz-Techniker) aus Fürth.
Fotos: Buchmann