Meisterfeier 2017 im Fürther Handwerk

Stolz auf ihren Meisterbrief: die Jungmeister mit Thomas Pirner, Konrad Ammon (v.l.), Markus Braun (r.) und weiteren Ehrengästen.

Fürth - Das Fürther Handwerk feierte am 11. November seinen Nachwuchs: 34 junge Leute aus Betrieben in Stadt und Landkreis unterzogen sich im Jahr 2017 den Mühen mehrmonatiger Vorbereitungskurse und hohem Prüfungsstress und erhielten als Lohn für ihren erfolgreichen Abschluss den Meistertitel. Bei einer Festveranstaltung vor über 100 Gästen im Schloss Burgfarrnbach holten sie sich höchstes Lob ab. „Sie sind künftige Garanten unseres Wohlstandes, unserer Demokratie und unserer Freiheit", würdigte Mittelfrankens Handwerkskammer-Präsident Thomas Pirner ihr Engagement.

Die Jungmeister kamen aus sechs Gewerken, wobei die Kraftfahrzeugtechniker mit über 50 Prozent klar dominierten. Allen gratulierte der Festredner zum Erfolg in der „Königsdisziplin" der handwerklichen Ausbildung und bescheinigte ihnen Können, Ehrgeiz und Qualitätsbewusstsein. So seien sie für das mögliche Wagnis einer Selbstständigkeit bestens gerüstet. Dabei dürfe man die zunehmende Digitalisierung und ihre Chancen für das Handwerk - von 3-D-Druck bis zum „Smart Home" - nicht außer Acht lassen. Wie rasant die Entwicklung verläuft, zeige das Beispiel Smartphone: 2007 wurde das erste präsentiert, 2017 sind sie als „Taschen-PC" nicht mehr wegzudenken.
Um in immer schnelleren Modernisierungszyklen mithalten zu können, mahnte Pirner eine fixere Aktualisierung schulischer Lehrpläne an. Den Jungmeistern empfahl er Kundenorientierung, emotionale Intelligenz und neue Arbeitszeitmodelle, um mehr Fachkräfte halten zu können. Denn laut Studien steigt die Wechselbereitschaft stetig: In zehn Jahren werden sich 40 Prozent der Mitarbeiter alle zwei bis drei Jahre einen neuen Job suchen. Um das Handwerk ist dem HWK-Chef aber nicht bange: Mit Qualität und Service lasse sich stets gutes Geld verdienen.

Thomas Mörtel, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Fürth, bekräftigte, die Handwerksberufe seien für die Digitalisierung gut gerüstet; wenn man mit den neuen Techniken bewusst umgehe, sei die Angst vor einem „Jobkiller" unbegründet. In Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste wie MdB Uwe Kekeritz (Grüne) und den MdLs Petra Guttenberger (CSU), Horst Arnold (SPD) und Harry Scheuenstuhl (SPD) überreichte er als Symbol dafür jedem Jungmeister eine Laptop-Tasche im blau-roten Design der „Wirtschaftsmacht von nebenan" als „Werkzeugkoffer 4.0".

Fürths Bürgermeister Markus Braun nannte den Meisterbrief „eines der sichersten Wertpapiere für Ihre Zukunft" und sieht die 34 neuen Titelträger auf bestem Weg zur Führungskraft im Betrieb oder als Unternehmer. Er hob die zentrale Rolle des Handwerks als Ausbildungslokomotive und Beschäftigungsgarant in Fürth hervor: 5000 Arbeitsplätze seien im Zuge eines kleinen Wirtschaftswunders in den letzten fünf Jahren in der Stadt entstanden, die Arbeitslosenquote auf 5 Prozent gesunken. In Handwerksbetrieben werde soziale Verantwortung gelebt, Integration verwirklicht, der Mitarbeiter sei keine Nummer, sondern ein Mensch, der mitbestimme. Die Berufschancen der frisch gebackenen „Meister Ihres Fachs" hält Braun dank Wirtschaftsboom für gut wie nie.
Kreisrat Maximilian Gaul als Vertreter von Landrat Matthias Dießl bestätigte die große Bedeutung der ca. 1600 Handwerksbetriebe im Landkreis, aber auch ihrer Meister als engagierte Bürger in den Gemeinden. Sie genössen hohe Wertschätzung in Bevölkerung und Politik für ihr Fachwissen und ihren gesunden Menschenverstand. „Unser Landkreis lebt durch Sie", dankte der Bürgermeister von Roßtal Jung- wie Altmeistern und forderte, die Duale Bildung in Betrieb und Berufsschule wieder mehr in den Fokus der Gesellschaft zu rücken, denn: „Akademisierung ist nicht alles!"

Thomas Pirner, Fürths Kreishandwerksmeister Konrad Ammon jun. und die Bürgermeister der Städte und Gemeinden überreichten den anwesenden Jungmeistern ihre Meisterbriefe.
Der Sänger und Gitarrist „PEZ" und seine musikalische Begleiterin Sina umrahmten mit mehreren Songs die Feier, die für die Jungmeister mit einem von der KHS spendierten Imbiss ausklang.