Sie sind die Konstrukteure der Zukunft
Nürnberg/Fürth (pr) – „Sie haben sich für einen der wichtigsten Berufe unserer Zeit entschieden. Ohne Metall–ob Stahl, Edelstahl oder Aluminium–stünde unsere Welt still. Sie bauen Brücken, Geländer fertigen Sonderteile und sorgen für Sicherheit in Gebäuden. Sie sind die Konstrukteure der Zukunft.“ Mit diesen Worten erhob Obermeister Harald Karger (Langenzenn) zwölf Auszubildende aus Betrieben der Metall-Innung Mittelfranken-Mitte nach dem Bestehen ihrer Abschlussprüfungen in den Gesellenstand. Bei einem Festabend mit gut 70 Gästen im Nürnberger Arvena Park Hotel gratulierte er ihnen: „Dreieinhalb Jahre intensiven Lernens haben sich gelohnt!“
Lehrjahre sind keine Herrenjahre, sagt der Volksmund. Karger, selbst seit 1990 Metallbaumeister, zog seinen Hut vor dem Durchhaltevermögen der jungen Leute in der Ausbildung: „Der Wecker klingelt früh, die Hände sind oft dreckig, die Arbeit im Metallhandwerk ist körperlich fordernd und auch die Berufsschule echte Schwerstarbeit.“ Aber mit diesen Mühen stünden heutige Azubis in einer langen Tradition seit dem Spätmittelalter; die Lehre sei der erste Schritt zur beruflichen Selbstständigkeit. Die „Freisprechung“ mit Übergabe der Facharbeiterbriefe bedeute: „Jetzt treffen Sie Entscheidungen, Sie tragen Verantwortung für Ihr Werkstück, für Ihre Sicherheit und die Ihrer Kollegen. Sie haben nun das Fundament gelegt. Der Facharbeiterbrief ist Ihr Ticket in die Arbeitswelt.“ Und ob Meisterbrief, Studium oder der eigene Betrieb – das Handwerk bietet dafür ein Füllhorn an Karrierechancen.
Karger sprach zwölf Metallbauer der Fachrichtungen Konstruktionstechnik und Gestaltung feierlich von den Pflichten ihres Lehrvertrages frei und bat sie, ihr Fachwissen an die nächste Azubi-Generation weiterzugeben. Sie könnten schon jetzt stolz sein auf das, was Sie mit den eigenen Händen geschafft haben. Sein Appell: „Arbeiten Sie weiter mit Präzision, Leidenschaft und Herz. Die Zukunft ist aus Metall – und Sie gestalten Sie!“
Die 75 Mitglieder zählende und Anfang 2022 aus den Bereichen Nürnberg und Fürth fusionierte Innung zeichnete ihren Top-Nachwuchs mit Geldpreisen aus. Johanna Steiner aus Nürnberg (Ausbildungsbetrieb: Metallbau Fink, Nürnberg) erhielt als innungsbester Prüfling 100 Euro. Den unter fünf ausgestellten Gesellenstücken vergebenen Publikumspreis, dotiert ebenfalls mit 100 Euro, holte sich Simeon Kolder aus Velden (Rudolf Steiner Schule Metallbau Werkstatt in Nürnberg). Den zweiten Preis und 75 Euro gewann Yasin Birgin aus Nürnberg (Erich Heidrich GmbH, Nürnberg), Platz drei und 50 Euro Anton Gahm aus Schwaig (Rudolf Steiner Schule Metallbau Werkstatt). Christopher Tilly (Nürnberg), und Christian Wirth (Siegelsdorf), die beiden Prüfungsausschussvorsitzenden, lobten die Azubis für die Qualität und Vielfalt der Gesellenstücke.
„Ein Haus mit Keller habt Ihr jetzt gebaut, jetzt können weitere Etagen folgen“, kommentierte Festredner Christian Sendelbeck (Fürth), Vizepräsident der Handwerkskammer für Mittelfranken und Meister im Sanitärtechniker-Handwerk. Die Karriereleiter sei nach oben offen – zum Beispiel durch Fortbildungen zum Oberbauleiter, als Ausbilder anderer Azubis, durch eine Meisterausbildung, die Selbstständigkeit oder eine Firmenübernahme. Eigeninitiative und Fleiß hätten die Junggesellinnen und -gesellen bereits bewiesen – nun heiße es dran zu bleiben, das Wissen auszubauen und sich weiterzuentwickeln. Sendelbeck dankte deren Eltern, Freunden und Ausbildern, Betrieben und Lehrern für ihre Geduld und Unterstützung während der anstrengenden Lehrzeit. Der Gesellenbrief sei der Lohn dafür und ein Türöffner für die berufliche Zukunft.
Harald Karger überreichte gemeinsam mit Christopher Tilly und Christian Wirth die Gesellenbriefe, einen nur in Mittelfranken verliehenen historischen „Schmuckbrief“ sowie als zeitgemäße Präsente handgeschmiedete USB-Sticks. Christian Wirth appellierte in seinen Schlussworten an den Berufsnachwuchs, diesen „Meilenstein in der beruflichen Laufbahn“ zu nutzen und „Metallhandwerker aus Leidenschaft“ zu bleiben. Die Betriebe brauchten Mitarbeiter mit Ambitionen – als Gesellen, Meister oder künftige Inhaber.
Weitere Informationen
Veröffentlichung
Bild zur Meldung
Weitere Meldungen

Die Fahne des Handwerks hoch gehalten
Di, 07. Juli 2026

Friseur-Innung Fürth wählt neue stv. Obermeisterin
Di, 07. Juli 2026