Max Ammon ist neuer Kreishandwerksmeister

Fürth (pr) – Die Kreishandwerkerschaft Fürth hat den Generationswechsel vollzogen: Bei der Jahreshauptversammlung im Stadtmuseum wurde Metzgermeister und Stadtrat Max Ammon (42, Burgfarrnbach) als Nachfolger seines Vaters Konrad Ammon (69) zum neuen Kreishandwerksmeister gewählt. Zum Stellvertreter bestimmten die Innungsvertreter Schreinermeister Max Boss (50, Fürth), der damit seinen Berufskollegen  Heinz Hufnagel (71, Fürth) ablöst. Das scheidende Führungsduo war seit 2008 im Amt und hatte schon 2025 appelliert, nun sollten Jüngere ans Ruder. 

 

Max Ammon ist seit 22 Jahren Meister und gemeinsam mit Bruder Philipp in fünfter Generation Mitinhaber des elterlichen Betriebes. Seit 15 Jahren arbeitet er als Prüfungsmeister und Lehrlingswart in der Fleischer-Innung  (früher Fürth, seit 2018 Mittelfranken-Mitte). Seit 2014 sitzt er für die CSU im Fürther Stadtrat, ist seit 2020 Fraktionsvorsitzender und war 2026 OB-Kandidat. Als Kreishandwerksmeister möchte er „das ehrbare Handwerk“ gut vertreten und dessen Interessen zu Gehör bringen.

 

Max Boss stammt aus Nürnberg, ist aber in Fürth selbstständig tätig. Seine Schreinerei an der Glockenstraße 24 in Fürth mit Schwerpunkt Möbelbau und Inneneinrichtung führt er seit 18 Jahren; mit computerunterstützter Fertigung für detaillierte Passformen setzt er auf Unikate nach Kundenwunsch und hohe Ansprüche an Form und Funktionalität. Der Vater von zwei Kindern wurde ebenso wie Max Ammon einstimmig gewählt und sprach den verdienstvollen Vorgängern höchsten Respekt für ihre Arbeit aus. 

 

KHS-Geschäftsführer Thomas Mörtel überreichte beiden Neulingen im Amt handwerklich gefertigte Nussknacker als symbolträchtiges Startpräsent – „um künftig auch mal harte Nüsse knacken zu können“. Dem Führungsduo wünschte u.a. Wolfgang Uhl, Geschäftsführer der Handwerkskammer für Mittelfranken, gutes Gelingen. 

 

Zu weiteren Vorstandsmitgliedern der KHS wurden gewählt: Bau-Obermeister Georg Ruf (Langenzenn), Bäcker-Obermeister Karl Gräf (Seukendorf), Metaller-Obermeister Harald Karger (Langenzenn), Zimmerer-Obermeister Hans-Georg Kolb (Oberasbach), Kachelofen- und Luftheizungsbauer-Obermeister Hannes Osswald (Langenzenn) und Drechsler-Obermeister Frank Grottenthaler (Nürnberg). Als Kassenrevisoren wurden Friseurmeister Thomas Seubert (Fürth) und Schuhmacher-Obermeister Ralf Mannigel (Erlangen) im Amt bestätigt.

 

Konrad Ammon, der weiterhin u.a. Landesinnungsmeister der Metzger, Vizepräsident des Deutschen Fleischer-Verbandes und Geschäftsführer des Fürther Schlachthofs ist, blickte zurück auf prägende Ereignisse der vergangenen 18 Jahre, die Thomas Mörtel mit einer Fotoschau begleitete. Angefangen 2008 mit der künstlerischen Wandarbeit „Skins“ von Heidi Sill im „Haus des Handwerks“ an der Fürther Freiheit über Initiativen wie „Handwerk trifft Politik“ und „Handwerk zeigt Flagge“ (als 2014 Handwerksfahnen vor zahlreichen Rathäusern in Stadt und Landkreis wehten),  Imagekampagnen, Berufsbörsen und Fokustage an Berufsschulen bis zur klimafreundlichen Pflanzung von 1500 Bäumen bei Cadolzburg 2022. „Für uns war das Ehrenamt nie nur eine Aufgabe“, betonte Ammon. Man habe viel erleben dürfen, viel gemeinsam bewegt, war Teil von etwas Sinnvollem und danke für diese besondere Zeit. Mit Blick auf die neue Vorstandschaft seien er und Hufnagel (der u.a. zwölf Jahre lang Obermeister der Schreiner und 17 Jahre Mitglied im Wirtschaftsbeirat der Stadt war) sich sicher: „Was Ihr zukünftig leistet, wird weiterwachsen und viele Kollegen erreichen.“

 

Dass sich die Stimmung im Handwerk eingetrübt hat, machte in einem Kurzvortrag HWK-Vizepräsident Christian Sendelbeck (Fürth) klar. In Mittelfranken sei nur etwa ein Drittel der Betriebe zufrieden mit der Lage; das Auftragsvolumen sei auf 9,3 Wochen geschrumpft. Die größten konjunkturellen Hemmnisse seien die hohen Energiepreise und der Fachkräftemangel. Apropos: Um die Ausbildungsfähigkeit der Bewerber sicherzustellen, sieht Sendelbeck v.a. Eltern und Schulen in der Pflicht – Lehrbetriebe könnten nicht deren Versäumnisse ausgleichen. Die Investitionsbereitschaft sei wegen der unsicheren politischen Lage gesunken. Aber man bleibe optimistisch: „Das Handwerk macht das Beste draus!“ Die HWK will mit gutem Beispiel vorangehen und mit Fertigstellung ihres Umbaus in Nürnberg in besseren Räumlichkeiten neue Dienstleistungs- und Serviceangebote anbieten.

 

Auf das immer schlimmer werdende Problem des Parkplatzmangels für Handwerker im Außeneinsatz wies Dieter Augustin (Nürnberg), Obermeister der Raumausstatter-Innung Mittelfranken, hin. Man müsse Material anliefern, um Böden zu legen oder Sonnenschutz zu installieren – das gehe nun mal nicht mit einem Lastenfahrrad. Max Ammon ergänzte, der kreuzungsfreie Ausbau des Frankenschnellwegs sei ebenfalls ein existenzielles Thema im Liefergeschäft. Falls die Abstimmung dazu am 28. Juni in Nürnberg negativ ausfalle, sei das Projekt tot. Sein Appell: „Wir dürfen uns nicht selbst den Ast absägen!“

 

In seinem Geschäftsbericht zeigte sich Thomas Mörtel zufrieden mit dem Teilverkauf des „Hauses des Handwerks“ in Fürth an die Flessa-Bank und die Investition in ein an den TÜV vermietetes Gebäude in Gunzenhausen-Aha. Das habe die Finanzgrundlage der KHS für die Zukunft abgesichert. Bei den Geschäftsführungskosten für die 14 Innungen in der KHS könne man heuer auf Erhöhungen verzichten.

 

Vor der Sitzung besuchten die KHS-Mitglieder die Dauerausstellung im Stadtmuseum, die unter dem Titel „Zunft und Ordnung“ auch dem Handwerk viel Raum widmet. Bei einer Führung vermittelte Historikerin Franziska Reichel deren berufliche Facetten: von Nagel-Schmieden um 1500 über die 250 Jahre lang stark vertretenen Metallschläger bis zu den Spiegelmachern der Neuzeit. Die „Adler“-Lok mit ihrer Premierenfahrt 1835 ist hier ebenso verewigt wie Ludwig Erhard und ehemalige Vorzeige-Firmen wie Quelle und Grundig.

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Veröffentlichung

Fr, 03. Juli 2026

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